Der Wert des Unbehagens - Teil 2

„Unbehagen zuzulassen und anzunehmen läuft unserer Programmierung total zuwider, ist aber entscheidend für unsere Bewusstseinsentwicklung.“ - Dr Joe Dispenza


Vor ein paar Wochen ging es um eine Frage, die Mitglieder unserer Community oft stellen – sie fragen sich, warum sie sich oft so unwohl fühlen, wenn sie in ihrer Arbeit Fortschritte machen. In Teil I dieser Reihe haben wir uns mit dem Unbehagen beim Überleben beschäftigt – und mit dem Unterschied zwischen dem Reagieren aus Gewohnheit und dem Agieren aus einem Bedürfnis heraus. 

Jetzt möchte ich auf die Art von Unbehagen eingehen, die wir erleben, wenn wir uns daran machen, unsere alte Persönlichkeit – und unsere alte persönliche Realität – hinter uns zu lassen.



Das Unbehagen der Veränderung

Das Unbehagen des Überlebens ist ein Gefühl, das die meisten von uns gut kennen. Das Unbehagen der Veränderung kann schwieriger zu erkennen sein – vor allem dann, wenn wir uns noch in der Anfangsphase befinden, in der wir unsere gewohnten Muster durchbrechen, und ganz besonders dann, wenn unser altes Ich uns davon überzeugen will, dass es einfacher wäre, den vertrauten Kurs beizubehalten.


Womöglich üben wir uns zunächst in täglicher Metakognition – wir machen uns die Gedanken bewusst, die wir denken, und lassen sie nicht unbemerkt an uns vorbeiziehen.
Oder wir arbeiten vielleicht daran, uns bewusst zu machen, wie wir uns immer wieder eine Erinnerung ins Gedächtnis rufen, die ein bestimmtes Gefühl in uns auslöst, und wie unser Körper anscheinend nach diesem vertrauten Gefühl verlangt – selbst wenn es unangenehm ist. Oder wir lernen vielleicht gerade, nicht mehr zu versuchen, auf Grundlage dieser so gut eingeübten Gedanken und Gefühle den nächsten Moment … und dann den nächsten … zu kontrollieren und vorwegzunehmen.


Oder wir ertappen uns dabei, wie wir handeln oder sprechen, als könnten wir nicht daran mitwirken, uns ein neues Leben zu kreieren.


Sich unserer Muster bewusst zu werden, ist eine Herausforderung. Es erfordert eine enorme Menge an Energie und Bewusstheit, sich zu verändern und nicht mehr unbewusst zu sein. Für die „Neulinge“ unter uns kann allein die Arbeit daran, sich von diesen Programmierungen zu lösen, Unbehagen verursachen.


Und dann ist da noch der entscheidende Schritt, uns nämlich jedes Mal, wenn uns diese Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen wieder einholen, für etwas anderes zu entscheiden. Für die meisten von uns ist das der schwierigste Schritt von allen. Es ist so viel einfacher, zu den vertrauten, fest vernetzten und konditionierten Verfassungen zurückzukehren. Oder das Handy oder die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, innerlich abzuschalten – und ganz auszusteigen.


„Ich fange morgen an“, sagen wir dann, schauen auf den Fluss Wandels – und entscheiden uns, lieber auf dem trockenen Boden zu bleiben.


Bei dieser Arbeit geht es vor allem darum zu erkennen, wann wir uns mit dem Unbekannten unwohl fühlen – und zu lernen, es auszuhalten. Wir arbeiten ständig daran, uns selbst zu regulieren, damit wir uns mit den Gefühlen und der Vision der Zukunft, die wir erschaffen, verbinden können. Wir müssen einen Weg finden, nicht darauf zu warten, dass sich unser Leben verändert (in der Hoffnung, dass etwas außerhalb von uns diese vertrauten Gefühle der Leere und des Mangels beseitigen wird).


Sich darauf einzulassen, zuerst sich selbst zu verändern ... damit sich dann unser Leben ändert ... bedeutet, das Unbekannte anzunehmen. Das Unvertraute. Das Unbehagliche.


Sich an das Unbekannte gewöhnen

Es gibt eine einfache Übung, um zu lernen, unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bewusst wahrzunehmen: Sie besteht darin zu merken, dass wir uns unbehaglich fühlen. Und dann sagen wir zu uns selbst: „OK, ich bin im Fluss des Wandels, und gerade findet ein biologischer Tod statt. Und es ist wirklich wichtig, dass ich mich selbst reguliere und meine Verfassung ändere – anstatt deswegen in Stress zu geraten. .Präsent im gegenwärtigen Moment zu bleiben und nicht zu versuchen, die Zukunft vorwegzunehmen oder sich an die Vergangenheit zu erinnern. Einen Weg zu finden, diese Verfassung zu verändern – von innen heraus.“


Wenn wir uns bewusst daran erinnern können – und sei es auch nur einmal am Tag – dass unser Unbehagen das Zeichen dafür ist, sich selbst zu regulieren, sich zu entspannen und sich auf das Unbekannte einzulassen, ist das schon ein Fortschritt. Das ist die Kunst des Schritts aus dem Überlebensmodus heraus in den Schöpfermodus.


Mit anderen Worten: Nicht mühelose Gewohnheit und Behaglichkeit sollten in unserer Arbeit im Vordergrund stehen, sondern unsere Fähigkeit, dieses essenzielle Gleichgewicht zu finden – entspannt und gleichzeitig wach im gegenwärtigen Moment zu sein. Unsere Fähigkeit, uns mit unserem Unbehagen zum Meditieren hinzusetzen ... und sich an das Unbekannte zu gewöhnen.


Das Unbehagen anzunehmen und zuzulassen steht im krassen Gegensatz zu unseren einprogrammierten Überlebensreaktionen. Wir sind es gewohnt, das Unbekannte als etwas Beängstigendes zu betrachten. Aber einen Weg zu finden, das Unbehagen nicht nur auszuhalten, sondern es willkommen zu heißen, ist wirklich wichtig für unsere Bewusstseinsentwicklung. Das ist meine Definition von Genialität: Sich unbehaglich zu fühlen ... und damit klarzukommen.


Wenn wir unsere Gefühle meistern, meistern wir auch unsere Kreationen. Das ist der Preis, den wir gewinnen. Wenn wir uns das in Erinnerung rufen, sobald wir unser Unbehagen bemerken, verstehen wir, was wir tun und warum wir es tun, und damit wird das Wie – das eigentliche Handeln – sinnvoll und nützlich.


Um den göttlichen Aspekt in uns zu entwickeln, müssen wir unbedingt unsere Herausforderungen von einer höheren Bewusstseinsebene aus meistern, und nicht aus dem Bewusstsein – bzw. Unbewusstsein – des Lebens heraus, das wir geschaffen haben (und das wir zu ändern versuchen). Um eine neue Zukunft zu erschaffen, müssen wir lernen, Probleme als Chancen zu sehen ... und sie von einer höheren Bewusstseinsebene aus anzugehen.


Entspannt im Herzen, wach im Kopf

Egal was die Quelle unseres Unbehagens ist – sei es ein uns dienlicher Überlebenszustand oder der fortlaufende Prozess der Veränderung – das Entscheidende dabei ist, die Balance zu finden, in der wir entspannt und gleichzeitig wach sind. Jedes Mal, wenn wir das merken, ist das ein Sieg. Genau das ist die Arbeit.


Entspannt im Herzen, wach im Kopf. Wenn wir uns unbehaglich fühlen, können wir uns darin üben, uns auf unser Herz – unser schöpferisches Zentrum – einzustimmen, welches dann unser Gehirn wissen lässt, dass es Lösungen für uns gibt. Wir können innehalten, unsere Verfassung verändern und uns in Erinnerung rufen, dass es andere Wege gibt, um das, womit wir gerade konfrontiert sind, anzugehen.


Jedes Mal, wenn wir uns daran erinnern, dass wir Schöpfer sind, macht unser Herz auf. Gelingt es uns, uns dessen auch in Momenten des Unbehagens gewahr zu sein, gibt es, wie wir feststellen werden, keinen Grund, sich dagegen zu wehren. Denn es bedeutet ja, dass wir uns im Unbekannten befinden ... dem Ort, an dem alle Möglichkeiten existieren.


Wenn wir wirklich glauben, dass wir ewige Schöpfer sind, dann wird die Veränderung, die in diesem Moment – dem Unbekannten – passiert, buchstäblich unser Schicksal verändern. Und wenn nicht jetzt ... wann dann?
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